Biographie

Nach zweijähriger Weltreise als Mitglied des Theater of all Possibilities, unter anderem auf der R/V Heraclitus von Penang nach Marseille, dem Nachbau einer chinesischen Dschunke, gefertigt aus Eisenzement, und den damit verbundenen Studien zum Non-Linear-Thinking beim Institute of Ecotechnics, machte ich in Berlin eine Ausbildung zur Core-Energetik-Therapeutin nach John und Eva Pierrakos, und war froh, dass ich in Deutschland Heilpraktikerin werden konnte.

 

Auf diesem Weg kam ich 1984 mit der chinesischen Medizin in Kontakt, die mich sofort faszinierte und seither begleitet. Erste Lehrer waren Josef Weber-Bluhm, Claude Larre und Elisabeth Rochat de la Vallée.

 

1987 eröffnete ich meine Praxis für Akupunktur und Körperpsychotherapie in Berlin. Im gleichen Jahr lernte ich das Kranich-Qigong nach Meister Wei Lian kennen und entschied mich, Qigong als meine persönliche Praxis zu üben. Etwas später wurde ich Schülerin von Prof. Jiao Guorui, wo ich 1994 einen Abschluss in Qigong Yangsheng machte.

 

1990 war ich Gründungsmitglied von Shou Zhong, der Berliner AGTCM-Schule für Akupunktur und traditionelle chinesische Medizin. Etwas später wurde ich Fachbereichs-Leiterin für Qigong in der AGTCM und unterstützte Gerd Ohmstede bei der Gestaltung des jährlichen Akupunktur-Kongress in Rothenburg o. d. Tauber.

 

Als Qigong-Übende und Dozentin für chinesische Medizin interessiert mich natürlich die Beziehung von Theorie und Praxis. Besonders dem Meridiansystem widmete ich viel Aufmerksamkeit. Doch wurde von Beginn an das Studium der klassischen Schriften zum Kernstück meiner Ausbildung. Es hat mich gelehrt, wie die Unmittelbarkeit, die man im chinesischen Denken findet, mit der Wahrnehmung von Yin und Yang zu tun hat. Nicht das entweder/ oder, sondern das sowohl/ als auch galt es zu schulen. Das vollbrachten die Chinesen seit jeher, gerade auch in den bewegten Künsten.

 

Bewegung findet immer zwischen zwei Polen satt, auch die Muskeln funktionieren so. Das Denken mit Yin und Yang entspringt also der körperlichen Erfahrung. Beginnen wir uns als Babys zu bewegen, ist damit sowohl ein Erkennen im Außen, wie ein inneres Lernen verbunden. Doch sind die ersten Erfahrungen so direkt und nah, dass sie auch ohne intellektuelles Verstehen zum täglichen Gebrauch tief im nervlichen Austausch zwischen der gefühlten Erfahrung und dem Gehirn verankert werden. Dabei folgen wir orientiert an der Symmetrie und dem harmonischen Ausgleich immer der Gravitation. Beide Kräfte haben mit Gefühlen zu tun, die schon unsere frühesten Vorfahren kannten. Die Prinzipien, die Yin und Yang und die Lehre der fünf Elemente hervorgebracht haben sind in uns, wir nutzen sie im Qigong und machen sie uns bewusst.

 

Unmittelbarkeit kommt in der chinesischen Medizin u.a. als Beziehung von Hun und Po, Vorstellung und Fühlen zustande. Wenn die Verbindung Wünsche – Verwirklichung im Menschen identisch wird, fühlen wir uns ganz, oder eins mit uns selbst. Mittlerweile ist diese Erfahrung mein Ansporn zu üben.

 

Mehr in Richtung Ganzheitlichkeit zu denken, entwickelt ein Selbstbild welches nur Bestand hat, wenn man die Menschen und die Welt in der man lebt achtet und respektiert. Insofern ist das Qigong ein kulturelles Erbe. Es reicht zurück in die Wendezeit, weltweit gesehen, einer noch sehr ähnlichen Vorstellung von Kultur. Damit ist diese traditionelle Praxis hoch aktuell. Wir können es nutzen, um Unmittelbarkeit wieder zu lernen, und der Entfremdung von uns selbst und der Natur entgegen zu wirken.

 

2012 gründete ich die Qigong-Schule San Bao.

San Bao ist eine Aus- und Weiterbildung in der meditativen Kunst der Bewegung, welche die Gesundheit ganzheitlich fördert.